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PAediatrie In Bil.DErn

 
31.Januar 2013 : Fall des Monats
Kerion Celsi (Von thr)
Fall des Monats
Dr. Q.berichtet:
19.Oktober 2012
Bei dem 4-jährigen Jungen wurde vom Vater am 06.10.(Samstag) am Kopf eine "komische" Stelle entdeckt, leicht erhaben, trocken, kreisrund, leicht schuppend; nuchal ein größerer LK tastbar.
Am nächsten Tag ist dieser schmerzhaft, daher Vorstellung in der Notaufnahme der Uni-Kinderlinik: Sonographie des Lymphknotens unauffällig, Vorstellung beim konsiliarischen Dermatologen: Diagnose: Tinea capitis, Verordnung von Fluconazol systemisch und Batrafen-Salbe lokal. Die Besserung könne "einige Wochen dauern", Abstriche von Haut und Haare zur Pilzkultur wurden entnommen.
Das erste Bild wurde von der Mutter am 09.10.gemacht. Beide Eltern im Gesundheitswesen tätig. Haustiere: Hund, keine Katzen, Hamster oder Meerschweinchen.
Am 08.10. kurze telefonische Rücksprache, ob Medikament weitergegeben werden sollte..
Am 19.10. erneute Vorstellung bei mir, die Stelle verändere sich ganz seltsam, jetzt eitrig, deutlich druckschmerzhaft, man dürfe gar nicht berühren, auch der Fahrradhelm sei schmerzhaft.
            erstes Bild am 9. Oktober 2012
            Befund am 19. Oktober 2012             Befund am 19. Oktober 2012
Befund am 19. Oktober 2012:
Ca 3 cm Durchmesser, dick sekretbelegt, am Rand Blutungstendenz, Hautrötung, deutlicher Druck- bzw. Berührungsschmerz, schon das Abschneiden der Haare war unangenehm, außerhalb des Bereiches kein Schmerz, ca 5 mm erhaben. Vom klinischen Aspekt keine Besserung ersichtlich. Mit der Behandlung der Batrafen- Creme sei die Stelle eine dicke-gelb-weiße Masse geworden, seit Freitag haben die Mutter die Creme nicht mehr aufgetragen.
22: OKTOBER
Am Montag, 22.10.12 erfolgte die 2. Vorstellung zur Kontrolle in der Uni-Hautklinik in Homburg. Eltern nicht glücklich, 3 h Wartezeit (bei bevorzugter(!) Behandlung von Kindern), dann ein Foto durch eine Assistenzärztin und Hinzurufen der Oberärztin: der Wechsel der Therapie(von Fluconazol auf Terbinafin) sei ja erfolgreich, sie seien offensichtlich in guten Händen, Therapie weiter so. In ihrer Kultur sei nichts gewachsen und sie würden auch keine Kontrolle der Kultur durchführen. Wenn die Eltern wollen, dürfen sie nochmal kommen, aber frühestens in 4 Wochen. Die neuen Bilder von gestern (29.10.) zeigen es nicht so gut: der Wundgrund ist völlig trocken, an den Rändern noch ganz wenig Schorf (er hat sich schon wieder den Kopf gestoßen), Berührung nicht mehr schmerzhaft, Kind munter.
            Befund am 29. Oktober 2012             Befund am 29. Oktober 2012
Laut Lehrbuch sind Kulturkontrollen für die Dauer der Behandlung notwendig: Vor Beendigung der Behandlung sollten die Kulturen auf Erreger negativ sein. In meinem Abstrich auf Bakterien am Anfang waren keine Bakterien gefunden, aber der Nachweis von Microsporium species . Das war ein ganz normaler Abstrich mit Stieltupfer und Nährmedium in mein ganz normales Labor.
Ich habe mich an die Empfehlungen gehalten und Prof. T. angesprochen, sehr nette Antwort bekommen und heute mehrere Proben dorthin geschickt. Der Befund bei Leon ist: prominent, prallelastisch, in der Mitte trocken, am Rande rundum aber weiterhin immer wieder Sekret, manchmal nach dem Duschen richtige Entleerung von Sekret. Bei Berührung nicht druckschmerzhaft, bei etwas Druck oder Krustenentfernung ist er schon empfindlich, vielleicht aber auch nur ängstlich.
Befund am 13. November 2012
            Befund am 18. Dezember 2012             Befund am 7. Januar 2013
Befund Mitte März 2013

Die Therapie mit Terbinafin geht weiter, Prof. T. hatte empfohlen, nach Abklingen der Entzündung mit Canesten extra Spray lokal zu behandeln. Inzwischen ist der gesamte Befund mittlerweile sehr gut rückläufig, eigentlich jetzt größtenteils narbige Veränderung der Kopfhaut, kein Nässen mehr, keine Druckdolenz, ingesamt völlig flache Haut, teilweise ganz leicht beginnender Haarwuchs. An zwei Stellen sieht es noch etwas stärker gerötet aus, ist dort aber auch narbig.

Kerion Celsi

Kerion (griechisch: Honigwabe, Celsi (Celsus= römischer Arzt 30 v. Chr. bis 30 n. Chr. ) bezeichnet die schwammartige, bienenwabige Struktur des entzündlichen Prozesses.
Behandlungsdauer: 4 Monate!


22.Januar 2013 : Fall des Monats
Kerion Celsi II (Von thr)
Fall des Monats
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