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Bild-Beispiele

12.September 2004: Dermatologie
Gefäßmissbildung Nacken und hintere Schädelgrube
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Hämangiome im Kindesalter sind gutartige vom Endothel (Innenschicht der Gefäße) ausgehende Gefäßtumore, die bei 2 Prozent aller Kinder auftreten. In der Regel sind sie angeboren oder wachsen in den ersten 6 Lebensmonaten. Danach ist eine weiteres Wachstum nicht mehr wahrscheinlich. Nach dem ersten Lebensjahr beginnt die langsame Zurückbildung dieser Veränderungen.
Der unten beschriebene Fall gehört sicher nicht zu den klassischen Hämangiomen, sondern ist dem Oberbegriff Gefäßanomalie zuzuordnen. Nach Definition umfassen die Gefäßanomalien zum einen aus dem Gefäßsystem entstammenden Tumoren oder Gefäßfehlbildungen.  

Diese junge Dame ist 25 Jahre alt und zeigt im Nackenbereich diese hämangiomartige Veränderung. Sie fühlt sich wohl, berichtet aber, dass sie zum Schlafen immer mehrere Kissen benötige. Wenn der Kopf flach auf der Matratze liegt, bekomme sie schnell ein Schweregefühl, einen "vollen Kopf". Siehe dazu die Abbildungen Es wurde eine MRT des Halses mit Kontrastmittel intravenös und
eine MR- Angiographie des Halses und unteren Schädelbereiches duchgeführt.
Beurteilung:
massiv ausgeprägtes vorwiegend venös- versorgtes Hämangiom links nuchal mit Ausläufern, die bis an den Hypopharynx, den Pharynx und den Nasopharynx
reichen, sowie durch die Neuroforamina in den Spinalkanal gelangen. Ebenfalls kontralateral Nachweis von Hämangiomanteilen an der Vena jugularis. Zusätzlich Nachweis intracranieller Hämangiomanteile der hinteren Schädelgrube. Verdacht auf Ausdünnung und partieller Aplasie der Schädelkalotte der linken Schädelgrube.Die genaue Gefäßversorgung lässt sich aufgrund der unübersichtlichen Situation in der vorliegenden MR- Untersuchung nicht sicher klären. Es wird vor einer möglicherweise geplanten interventionellen Therapie eine konventionelle Angiographie empfohlen.

Die Farbphotos hat mir freundlicherweise Dr. Sander, Kinder- und Jugendarzt aus Bad Kreuznach zur Verfügung gestellt Die Kernspinbilder wurden im Radiologischen Institut des Diakoniekrankenhauses Bad Kreuznach angefertigt (Leiter: Dr. Diderichs). Für die Überlassung dieser Aufnahmen bin ich Herrn Dr. Kessler zu Dank verpflichtet.
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